Kontakt

HomeOffice – Episode 2

Veröffentlicht am 13.04.2020 von Jörg Fecke

Mitarbeiter der DATATREE AG, das Beratungsunternehmen für Compliance, Datenschutz und Informationssicherheit, berichten über ihre persönlichen Erfahrungen aus dem HomeOffice.

Der Wecker klingelt nach wie vor um kurz nach sechs Uhr in der Früh. Duschen, Kaffee, ein Blick in die Lokalzeitung, die Morgenroutine bleibt auch im Corona-Zwangs-Homeoffice bestehen. Mein Arbeitstag beginnt jetzt allerdings eine halbe Stunde früher, der Weg aus meiner Heimatstadt Iserlohn ins Büro fällt ja jetzt auf unbestimmte Zeit weg. 

Über mangelnde Arbeit kann ich mich aber im Momente auch im Homeoffice nicht beklagen. Viele meiner Kunden kommen gerade jetzt auf mich zu und wollen liegen gebliebene Aufgaben in Bezug auf den Datenschutz in ihren Betrieben abarbeiten. Wir haben bei einigen Kunden in den letzten Monaten mit der Einführung unseres Datenschutzmanagementsystems begonnen. Das heißt, ich prüfe diverse Auftragsverarbeitungs-Verträge (AV-Verträge), Verzeichnisse von Verarbeitungstätigkeiten oder interne Meldewege auf die DSGVO-Konformität. Die Zusammenarbeit mit meinen Kunden funktioniert erstaunlicherweise sogar noch besser als zu Zeiten vor Corona. Zusätzlich wird die Zeit genutzt, um ein wenig aufzuräumen, das betrifft offensichtlich bei dem ein oder anderen auch den Datenschutz – gut so. 

Ohne Kaffee geht nix.

Außerdem wird in den vielen Telefongesprächen auch oft deutlich, dass wir ein stückweit alle im gleichen Boot sitzen. Die alltäglichen Herausforderungen und Probleme sind ja bei jedem mehr oder weniger gleich, das verbindet gerade sehr. 

Neben dem Tagesgeschäft beanspruchen Projektarbeiten einen Teil meiner Arbeitszeit. Die DATATREE AG hat in den letzten Jahren immer wieder bei diversen Forschungsprojekten, etwa im Bereich der Telemedizin, bei den Aspekten Datenschutz und Informationssicherheit die Beratung übernommen. Das sind oft spannende, aber auch etwas zeitintensive Aufgaben; hier bewege ich mich außerhalb der üblichen Routinen. 

In meiner Freizeit widme ich mich gerade meinem Verbundstudium mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht an der FH Südwestfalen. Jetzt hat das erste Semester gerade angefangen. Auch hier ist jetzt alles anders als üblicherweise. Aber auch hier gilt: Wir finden Lösungen. Dann gibt es halt Einzelunterricht mit den Dozenten per Telefon, funktioniert erstaunlich gut. 

Zu meinem Glück wohne ich in einem kleinen idyllischen Ort im Ruhrtal. Fast jeden Tag gehe ich mit meiner Schwester spazieren, natürlich mit dem gehörigen Abstand. Das ist wichtig, denn sonst würde ich sowohl einen ungesunden Mangel an Bewegung als auch an direkten sozialen Kontakten erleiden.

Was ich allerdings wirklich vermisse: Der direkte Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Wir sind noch ein ziemlich überschaubares Team und arbeiten sehr eng miteinander. Auf der Teamfläche kann man schnell den Kollegen nach seiner Einschätzung fragen. Ja, wir skypen, telefonieren und nutzen MS-Teams und vieles mehr. Das ist für mich auf Dauer aber einfach nicht dasselbe. 

Meistens checke ich abends während einer Episode Suits auf Netflix noch das E-Mailpostfach. Letzten Freitag war es dann soweit: Eine Datenschutzverletzung bei einem Kunden kam um kurz vor halb acht abends rein. Da gilt es schnell zu reagieren. Zwar ist der Feierabend dann erst einmal verschoben, jedoch gehört das einfach zu dem Selbstverständnis, das ich als Beraterin für meine Kunden habe.