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HomeOffice – Episode 5

Veröffentlicht am 30.04.2020 von Jörg Fecke

Mitarbeiter der DATATREE AG, das Beratungsunternehmen für Compliance, Datenschutz und Informationssicherheit, berichten über ihre persönlichen Erfahrungen aus dem HomeOffice.

 Alle sind im Homeoffice? Nicht ganz, auch bei DATATREE arbeiten einige weiter in den Büros, ich zum Beispiel. Das hat mehrere Gründe. Mein Aufgabengebiet bei der DATATREE ist die Verwaltung, mit all ihren Facetten. Das ist auch in Zeiten von Corona und fortschreitender Digitalisierung immer noch mit einer Menge Papierkram verbunden. Zwar sind alle Mitarbeiter in der Lage digital im Homeoffice zu arbeiten. Einzige Ausnahme, zur Rechnungserstellung nutze ich eine Software die aktuell nur lokal, also im Büro genutzt wird. Der Umzug in die Cloud ist allerdings schon in Arbeit. Da die Rechnungserstellung zu meinen Hauptaufgaben zählt, bin ich an den Bürostuhl gebunden – noch. Wo normalerweise 20 Kolleginnen und Kollegen arbeiten, sind wir nun in der Regel noch drei Leute auf 600 qm in der Dortmunder Niederlassung. Die Auflagen der aktuellen Corona-Verordnung können problemlos eingehalten werden.

Ich vermisse meine Kollegen

Also alles so wie immer? Nein, der Tagesablauf unterscheidet sich auch bei mir stark. Unsere vier Jahre junge Tochter bringe ich jetzt vor der Arbeit nicht zur Kita, auch das Gehetze von der Arbeit zur Kita, um rechtzeitig die Kleine wieder abzuholen entfällt. Mein Mann arbeitet nun im Homeoffice in Kurzarbeit. Die vormittägliche Bespaßung unserer Tochter fällt jetzt in seinen Aufgabenbereich. Am Nachmittag übernehme ich dann wieder, damit mein Mann arbeiten kann.

Auch der Weg zur Arbeit ist inzwischen wesentlich entspannter. Dass ich eher die Ausnahme mit meinem täglichen Weg zur Arbeit bin, merke ich schon nach ein paar Metern. Die B236, allmorgendlich die Pendlerhauptachse für alle Schwerter mit Arbeitsplatz in Dortmund, ist seit Wochen leer. Staus? Fehlanzeige! Da seit Tagen die Sonne scheint, verzichte ich aber oft auf das Auto und erfahre im wahrsten Sinne den Frühling, und zwar mit dem Rad.

Im Büro selbst ist alles anders. Die tägliche Desinfektionsrunde von Türklinken und Arbeitsflächen ist inzwischen Routine. Der persönliche Austausch mit den Beratern fehlt völlig. Niemand kommt durch die Tür und reicht eine Reisekostenabrechnung ein, das Büro ist die meiste Zeit still. Konferenzen vorbereiten? Gästebetreuung? Hotels, Zugtickets und Flüge buchen? – alles erstmal auf Eis gelegt. Dennoch, ich genieße den Tapetenwechsel. Die ganze Zeit zu Hause Tag für Tag den Spagat zwischen Familie mit Kind und Beruf meistern? Ich bin froh, dass dieser Kelch aktuell noch an mir vorbeigeht so lange mein Mann zu Hause ist. 

Nicht falsch verstehen: Zuhause ist’s schön und wir genießen es in einer ruhigen Siedlung in einer kleinen beschaulichen Stadt im Ruhrtal zu leben. Auf einmal mag ich sogar die Gartenarbeit, hätte ich mir vor ein paar Wochen überhaupt nicht vorstellen können. Die soziale Distanz schlägt allerdings aufs Gemüt. Für Kinder ist das gerade eine besonders schwere Zeit. Wir haben daher zum Geburtstag unserer Kleinen eine Radtour organisiert und sind bei allen Freunden und Verwandten vorbeigefahren. Aus den Haustüren und Fenstern wurde gesungen und gewunken, die kontaktlose Übergabe der Geschenke klappte auch problemlos. Der Geburtstag 2020 bleibt daher für uns alle im Gedächtnis. Trotz der schwierigen Zeit ist es manchmal trotzdem sehr schön. Noch schöner: Ich habe gespendet. Nicht irgendwo, sondern bei „all in challenge“. Kennen Sie nicht? Ist so ein Hollywood-Ding. Stars sammeln für den guten Zweck. Gerade jetzt sind viele Menschen auf die Unterstützung anderer angewiesen. Innerhalb kurzer Zeit sind so 16 Millionen Dollar zusammengekommen, da bin ich sehr gerne dabei. Außerdem nehme ich an einer Verlosung teil und habe eine Chance auf eine Nebenrolle im neuen Film mit Leonardo DiCaprio (wenn auch keine allzu große), also bitte mal Daumen drücken oder einfach selber spenden.