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Autonomes Fahren: Chance und Risiko

Nina Richard M. Sc.

Veröffentlicht am 13.06.2019 von Nina Richard M. Sc.

Autonomes Fahren ist Chance und Risiko zugleich. Schon jetzt kann durch die verschiedensten Assistenzsysteme in einem Fahrzeug die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht werden. Assistenzsysteme, welche den Fahrer unterstützen. Autonomes Fahren meint aber, dass der Fahrer gefahren wird. Noch sind es insbesondere Haftungsfragen, die im Weg stehen. Auch wenn die Standardsituationen mittlerweile sehr gut gemeistert werden, so stellt sich immer die Frage, wie in Ausnahmesituationen umgegangen werden muss.

An der Stelle wird langfristig die KI (Künstlichen Intelligenz) helfen. Was diese dazu braucht: Daten. Viele Daten. Diese stammen aus den Fahrzeugen, die von Menschen geführt werden. Und schon liegt das Thema Datenschutz auf dem Tisch, da die Daten Bewegungsprofile und Verhaltensweisen von Personen dokumentieren. Aber auch die Informationssicherheit spielt eine große Rolle. Beim autonomen Fahren müssen die Fahrzeuge untereinander oder mit Signalstellen kommunizieren. Sollten diese Informationen für die sichere Steuerung manipuliert werden, kann man sich leicht vorstellen, welche Auswirkungen das haben kann. Schon jetzt unterstützen die Systeme aber anstandslos zum Beispiel in Staus. Durch Tempomat, Abstandskontrolle und Spurhalteassistenz wird eine Staufahrt nicht mehr zur Qual. Das abwechselnde Gas Geben und Treten der Bremse ist nicht nur Nerv tötend sondern führt bei unregelmäßigen Geschwindigkeiten zu einer erhöhten Gefahr von Auffahrunfällen. Außerdem kann durch gleichmäßiges Beschleunigen und vorausschauende Abbremsen, gekoppelt mit der Motorausschaltautomatik der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden.

Am Ende muss man sich um all die Anforderungen, aber auch Ängste kümmern. Es geht vor allem darum Vertrauen zu schaffen, da durch die steigende Komplexität nicht mehr für jeden nachvollziehbar und abschließend bewertbar ist, ob das System Auto sicher und vertrauenswürdig ist. Es ist der Kontrollverlust, der der ganzen Automatisierung entgegensteht. Wichtig ist es deshalb die Transparenz in den Fokus zu stellen und dem Fahrer die Möglichkeit zu geben einzugreifen. Wenn am Ende kein manuelles Eingreifen mehr möglich ist, begibt man sich in die Abhängigkeit von Entwicklern und der KI. Auch diese können Fehler machen. Die Diskussion um Ethik und Moral und der Schuldfrage wird die Gesellschaft noch lange beschäftigen. Und auch wenn in den überwiegenden Fällen die Automatisierung mit all ihrer Sensorik und Steuerung die Anzahl von Zwischenfällen mit Toten oder Verletzten reduziert, wird es Einzelfälle geben, wo dies nicht so ist. Dann wird diskutiert werden, dass das System fehlerhaft ist und der Mensch anders reagiert hätte.

Die Herausforderungen der Informationssicherheit und des Datenschutzes sind dagegen ausgesprochen konkrete Handlungsfelder, die es jetzt zu bearbeiten gilt. Das daraus resultierende Vertrauen und die dafür notwendige Transparenz können den Verkehr sicherer machen und auch wirtschaftlicher.